
Ausschreibung Lesser-Ury-Kunstpreis ’26
Gute Nachrichten: Auch 2026 wird der Lesser-Ury-Kunstpreis wieder von der KünstlerGilde e.V. Esslingen vergeben!
Die konkreten Ausschreibungseckdaten des Lesser-Ury-Preises 2026 lauten:
- Preis: Lesser-Ury-Kunstpreis 2026
- Thema: „Kristallin“
- Technik: Malerei mit Öl oder Acryl auf Leinwand
- Größe: maximal 50cm x 70cm; kleiner darf das Werk aber sein; bitte nur 1 Bild einsenden
- Vorgehen: Senden Sie Ihr Werk bitte zunächst digital (Auflösung 300 dpi, max. Datei-Größe 2 MB) an lesser-ury-kunstpreis@kuenstlergilde.eu
- Einsendeschluss: 28. Februar 2026
- Voraussetzungen: Schicken Sie uns bitte nebst Ihres digitalen Werks auch einen künstlerischen Werdegang mit einem Ausstellungsverzeichnis zu (max. 1 DIN A4 Seite)
- Alter der Teilnehmer*innen: ab 18 Jahre
- Ausschluss: Informel und übermalte Fotografien
- Preise: Ehre (der Preis ist derzeit nicht dotiert) und Veröffentlichung in unserer Zeitschrift, Homepage, Social Media Kanälen (z.B. Instagram) und in der Presse.
Shortlist & Ausstellung: „Kristallin“
Die KünstlerGilde e.V. stellt Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Shortlist-Ausstellung des Lesser-Ury-Preises 2026 in der Küferstraße 37 in 73728 Esslingen beim Wolfstor aus – voraussichtlich ab Mitte April 2026. Sobald die Teilnehmer*innen feststehen, werden sie hier auf dieser Seite genannt
Die von der Jury ausgewählten Teilnehmer*innen der Shortlist werden seitens der KünstlerGilde rechtzeitig informiert und gebeten, die Originale für die Ausstellung einzusenden.
Falls Sie in der Shortlist ausstellen dürfen, achten Sie bitte darauf, dass die Verpackung Ihres Werks die Maße 120x60x60cm nicht überschreitet. Sperrgut können wir aus finanziellen Gründen nicht zurück schicken.
Generell sei in diesem Zusammenhang erwähnt, dass der Verein über keine Mittel für spezielle Versicherungen verfügt. Sollten Sie den Wert Ihrer Werke auf 2500 Euro oder mehr schätzen, möchten wir Sie bitten, von einer Einsendung/ Teilnahme vorsorglich abzusehen.
Vernissage
Die Original-Werke der Qualifikanten für die Shortlist des Lesser-Ury-Preises 2026 können von der Öffentlichkeit in den Räumlichkeiten der KünstlerGilde in Esslingen (Küferstr. 37) begutachtet und in Augenschein genommen werden. Der Termin der Vernissage steht derzeit noch nicht fest. Der Eintritt ist frei.
Aktualisierung März 2026: Als Shortlist-Teilnehmer*innen des diesjährigen Lesser-Ury-Kunstpreises wurden für die Ausstellung gewählt:
- Hope Bartley
- Evelin Daus
- Elisabeth Ernicke-Goßner
- Sabine Fleischmann
- Gudrun Gantzhorn
- Gerlind Hentze
- Sibylle Kövel
- Birgit Kulessa (Ausstellungsteilnahme außer Konkurrenz)
- Regina Lembke
- Maren Osterloh
- Vanessa Rucks
- Arne Rutzki (Ausstellungsteilnahme außer Konkurrenz)
- Antje Springstubbe
- Marion Uphues-Klee
- Lukas Zimmermann
Jury & Gewinner
Es gibt eine qualifizierte Jury. Bitte erwarten Sie als Einsender keine Stellungnahmen zu einzelnen Einreichungen. Die Urteile der Jury sind nicht anfechtbar.
Die finalen Gewinner werden in der Zeitschrift der KünstlerGilde e.V., die 2x im Jahr in gedruckter als auch elektronischer Form publiziert wird, abgedruckt. Mit der Teilnahme erklären Sie sich bereit, in der Zeitschrift der KünstlerGilde e.V., gegebenenfalls in weiteren Print-Medien sowie auf der Homepage und Social Media Kanälen des Vereins veröffentlicht zu werden.
Die Gewinner des Lesser-Ury-Preises 2026
Bilder der Lesser-Ury-Preisträger*innen 2026
1. Preis: Vanessa Rucks: „Die Krönung des Kohlenstoffs“

2. Preis: Elisabeth Ernicke-Goßner: „Nur ein kleines Stück Eis“

3. Preis: Evelin Daus: „Kristalliner Wert“

Laudatio
Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste,
der Tag der Finissage ist wohl mit Spannung erwartet worden. Ich möchte Sie noch ein bisschen mehr auf die Folter spannen. Die Jury hat es bei der Qualität der Einsendungen nicht leicht gehabt und es sich auch nicht leicht gemacht. Deswegen möchte ich etwas Transparenz in das Vorgehen bringen.
Das Thema „kristallin“ ist ja, wie schon bei der Vernissage erwähnt, ein Adjektiv, und das kann man stilistisch–maltechnisch oder auch inhaltlich beleuchten.
Zum Vorgehen unserer Jury kann man sagen, dass nur die Qualität des eingesandten Bildes entscheidend war und ist. Ob Studium oder nicht, ob Ausstellungskataloge und Internetauftritte vorgebracht oder angeboten wurden, das spielte nur eine untergeordnete Rolle. Was waren also die Kriterien?
- Bezug zum Thema und wie es verwirklicht wurde
- Erfindungsreichtum, Kreativität, Originalität
- Komposition und deren innere Spannung, Aufbau und die Farbigkeit der Gestaltung
- Maltechnisches Können, Perspektive etc.
- Last but not least: Gesellschaftliche Relevanz
Da setzt jeder in der Jury seine eigenen Akzente. Damit können Sie als Betrachter auch selbst bewerten, was Ihnen wichtig ist. Die Jury hat nach heftiger Diskussion drei Arbeiten herausgesucht für die Preise. Und auch da war die Rangfolge bis zuletzt heftig umstritten – die Qualität nicht. Jedes Bild war für die Nummer eins vorgeschlagen.
Eine kurze Interpretation und Betrachtung der Werke:
„Die Krönung des Kohlenstoffs“ von Vanessa Rucks
Kohlenstoff kommt auf unserer Welt ja in verschiedenen Varianten vor, vom Kohlendioxid über Braunkohle, Steinkohle, Graphit bis zum Diamanten. Die Übergänge sind mit heftigem Druck und auch großer Hitze verbunden. Das dynamische, explosive Rot des Hintergrundes könnte darauf verweisen. Die begehrte Variante ist natürlich der Diamant, weil er in der Natur selten und schwierig zu finden ist. Industriell kann man ihn inzwischen auch herstellen und auch abbauen. Darauf dürfte die Krone der aus dem Gestein herauswachsenden Figur hinweisen, die einem Greifer ähnelt. Die Gestalt, das Gesicht ist kristallin als Vielflächner gestaltet, wie wenn ein Computer ein Gesicht zerlegt. Die industrielle Relevanz, die Chemie, wird im chemischen Aufbau der Kohlenstoffringe sichtbar. Aber die Hand, die das Aufsetzen der Krone im Hintergrund huldvoll begleitet, zeigt die Wertschätzung, die diesem Stück Stoff von uns Menschen entgegen gebracht wird. Eine gelungene Kombination der gesellschaftlich relevanten Aspekte. Die künstlerische Qualität steht außer Frage.
„Nur ein kleines Stückchen Eis“ von Elisabeth Ernicke-Goßner
Auf den ersten Blick hat die farbige Brillianz und die Dynamik des Hell-Dunkels in dem angedeuteten Raum fasziniert. Ist es Glas? Eis? Kristall? Ein Bergkristall oder womöglich ein Diamant? Toll gemalt jedenfalls. Wir haben erst spät begriffen, was sonst noch an Relevanz drinsteckt. Der Titel hätte es den Jurymitgliedern sagen sollen oder können.
„Only a poorly run piece of ice!“ war der Originalspruch eines bekannten Präsidenten, nachdem ihm die Iran-Affaire entglitten war und er wohl einen Themenwechsel wollte. Er meinte natürlich Grönland mit seinen Schätzen. Die kristalline Pracht dieses Bildraums dürfte den Wert der Immobilie wohl symbolisieren. Bei genauerer Betrachtung finden wir im Schnittpunkt der Kristallkomposition eine Glaskugel, die sich als Globus entpuppt, wobei uns Nordamerika und Südamerika zugewandt sind. Diese Kugel hat anscheinend links einen heftigen Schlag bekommen – ein gesplittertes Loch, ein Hinweis auf tatsächliche oder angedrohte Gewaltanwendung. Der Reichtum macht begehrlich. Das auf den ersten Blick so schöne Ensemble hat eine böse Komponente offenbart. Das macht nachdenklich und das trägt auf seine Art zum geistigen Gehalt dieses Bildes bei. Eine Metapher auf den Zustand unserer Welt und der Politik.
„Kristalliner Wert“ von Evelin Daus
Die opulente Pracht, die uns da mit dem Glitzern von Diamanten quasi anspringt, auch das scheinbar triumphale Lachen einer Marilyn Monroe, all das weckt den Gedanken an eine amerikanische Maxime: „Diamonds are a girl’s best friends“. Warum? Ein Diamantring ist traditionell der Verlobungsring. Abgesehen vom materiellen Wert ist auch die Zusicherung einer materiell abgesicherten Existenz, zumindest in der traditionellen Rolle der Frau, der „tradwives“ in Amerika und sonst wo in der Welt. Das spielt für eine ganze Reihe von Frauen immer noch eine Rolle. Und natürlich in einer Macho-Gesellschaft, in der die Damen als Status- und Dekorationselement eingesetzt werden. Mir kommt da Melania Trump in den Sinn. Schön, elegant, ausgestattet mit teuren Accessoires. Marilyn Monroe hat wohl auch diese Rolle spielen müssen. Bei allem Glamour eine zutiefst tragische Figur. Ein Kennedy hat da wohl eine unrühmliche Rolle gespielt. Was der Kristall als ärmliche Hütte aussagt, das kann sich auf die südafrikanischen Arbeiter im Bergbau beziehen, oder vielleicht auf eine möglicherweise einfache Herkunft von Marilyn Monroe beziehen. Und auf gesellschaftlichen Aufstieg. Man kann sehr viel in diesem Bild finden – auch offene Fragen. Auch hier haben wir also ein gerüttelt volles Maß an gesellschaftlicher Relevanz, die sich hinter der glänzenden Oberfläche verbirgt und erst durch Nachdenken und Hinschauen offenbart. Das haben alle drei Bilder gemeinsam.
Die KünstlerGilde gratuliert!
- Vanessa Rucks, zum ersten Preis
- Elisabeth Ernicke-Goßner, zum zweiten Preis und
- Evelin Daus zum dritten Preis.
Jede der drei Damen hatte ihre Befürworter, es war ein knappes Rennen.
Unsere Bundesvorsitzende Eva Beylich übergibt die Urkunden an die Preisträgerinnen.
Ich bitte um Applaus für die Damen.
Formales, Kommunikation, Haftung & Rechtliches
Wir bitten alle Teilnehmer*innen um Beachtung folgender Punkte:
- Die KünstlerGilde ist keine Kunst-Galerie im eigentlichen Sinne und auch keine Verkaufsagentur o.ä.
- Mitarbeitende, Vorstände und Jury arbeiten ehrenamtlich – und haben nur begrenzte Resourcen.
- Die offizielle Kommunikationssprache ist Deutsch. Wer Anfragen o.ä. dennoch auf z.B. Englisch einsendet, dem kann u.U. im Einzelfall auf Kulanzbasis geantwortet werden, allerdings kann das ehrenamtliche Team der KünstlerGilde dann nicht gewährleisten, dass es zu potenziellen sprachlichen Missverständnissen o.ä. kommen kann.
- Jedwede Haftungsansprüche hinsichtlich Kunstwerken oder angebahnter Verkaufskontakte (für welche die KünstlerGilde ohnehin keinerlei Provision erhält) u.ä. sind ausgeschlossen.
- Die Urteile unserer Jury sind nicht anfechtbar.
- Wir bitten um respektvollen Umgang mit unseren ehrenamtlichen Vereinsvertretern – auch, bzw. gerade dann, wenn Kunstwerke keinen Preis erhalten.
Hier gelangen Sie zur Termin-Übersicht aller Veranstaltung von, mit oder bei der KünstlerGilde Esslingen.
