Steckbrief Rose Ausländer

Rose Ausländer war eine aus der Bukowina stammende deutsch- und englischsprachige Lyrikerin. Sie lebte in Österreich-Ungarn, Rumänien, den USA, Österreich und Deutschland.
Im Laufe ihres Lebens musste Ausländer immer wieder fliehen – zunächst vor den Russen, dann vor Deutschen sowie rumänischen Kollaborateuren. Sie verbrachte vier Monate im Gefängnis, wurde als Jüdin ins Ghetto deportiert und überlebte den Krieg in einem Kellerversteck.
Die KünstlerGilde Esslingen zeichnete Rose Ausländer für ihre Gedichte 1977 als eine der alleresten aus – mit dem renommierten Andreas-Gryphius-Preis.
Vita von Rose Ausländer
Name: Rose Ausländer (geborene Rosalie Beatrice Scherzer)
Geboren: 11.5.1901 in Czernowitz (Cernăuţi)
1916 Flucht mit ihrer Familie vor russischer Bestzung nach Budapest
1919/1920: Handelsschule in Wien
1920: Rückkehr nach Czernowitz, für ein Jahr Gasthörerin für Literatur und Philosophie an der Czernowitzer Universität
1921: Auswanderung mit Studienfreund Ignaz Ausländer in die USA; erste Gedichte; 1923 Heirat
Mehrfache längere Rückkehr nach Czernowitz zur Pflege der erkrankten Mutter
1939: Erster Gedichtband: „Der Regenbogen“
1940: Im Zuge des Hitler-Stalin-Pakts besetzen russische Truppen Czernowitz; Rose Ausländer wird als angebliche US-Spionin angeklagt und vier Monate inhaftiert.
1941: Im Zuge des Überfalls Deutschlands auf die Sowjetunion verhaften nun Deutsche und rumänische Kollaborateure Juden wie Rose Ausländer; im Ghetto lernt sie Paul Celan kennen; nach Auflösung des Ghettos überlebt sie den Krieg in einem Kellerversteck.
Erneute Ausreise in die USA, Publikation weiterer Gedichte – bis 1956 ausschließlich auf Englisch.
1957: Ausländer trifft Paul Celan in Paris wieder; infolgedessen ändern sich Ton und Stil ihrer Gedichte
1964: Übersiedlung nach Wien
1965: Umzug nach Düsseldorf – ab 1972 wohnt sie im Nelly-Sachs-Haus, welches diesen Namen Dank der Anregung von Rose Ausländer trägt.
1977: Preisverleihung durch die KünstlerGilde Esslingen
Nach einem Oberschenkelhalsbruch verlässt sie kaum noch ihr Zimmer und widmet sich fast ausschließlich dem Schreiben.
Gestorben: 3.1.1988 in Düsseldorf.
Literarischer Fokus
Lyrik. Ihre Gedichte verfasst Rose Ausländer bis 1956 ausschließlich auf Englisch – vornehmlich in einem klassisch-expressionistischen Ton. Ab 1957 modernisierter Stil unter Einfluss der amerikanischen Moderne sowie Paul Celan.
Preise & Auszeichnungen
Auswahl der Preise, die Rose Ausländer erhielt:
1977: Andreas-Gryphius-Preis der KünstlerGilde e.V. Esslingen
1977: Ida-Dehmel-Literaturpreis der GEDOK
1984: Großer Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
1984: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
Wissenswertes über Rose Ausländer
Rose Ausländers Vater, Sigmund Scherzer, stammte aus der streng orthodoxen, vom Ostjudentum geprägten Stadt Sadagora – bekannte sich aber zum Freidenkertum. Rose wuchs in einem weltoffenen, liberal-jüdischen, aber zugleich kaisertreuen Elternhaus auf, in dem die wichtigsten Regeln der jüdischen Tradition bewahrt wurden.
Hier geht es zum Wikipedia-Eintrag für Rose Ausländer.
Ausgewählte Werke von Rose Ausländer
„Der Regenbogen“ (1939)
„36 Gerechte“ (1967)
„Gelassen atmet der Tag“ (1976)
„Mutterland“ (1978)
„Es bleibt noch viel zu sagen“ (1978)
„Einverständnis“ (1980)
„Mein Atem heißt jetzt“ (1981)
„So sicher atmet nur Tod“ (1983)
Eine Liste aller Mitglieder und Preisträger der KünstlerGilde Esslingen, die wir bereits mit einer individuellen Personenseite vorgestellt haben, findet sich ebenfalls auf dieser Webseite.
